tarif & friends – das Weblog

Um Verfolgung und Zensur zu entgehen, retten sich gleich mehrere Webseiten auf dieses Blog der ver.di-Betriebsgruppe.

Nach und nach werden alle früheren Beiträge von brevcebeef und diecebeefler hier wieder eingestellt. Alles, was also früher als 7. Februar 2020 online war, findet ihr irgendwann im Archiv.

Hervorgehobener Beitrag

Wir sind alle gleich, nur manche sind gleicher…

Liebe Kolleg*innen, liebe Kollegen,

Farm der Tiere lässt grüßen: Wir sind alle gleich, nur manche sind gleicher als andere! Noch läuft die Abwerbeaktion unserer eigenen Geschäftsführung, die offenbar manchen Mitarbeiter*innen neue Verträge der CeBeeF Hessen anbietet. Es werden Mitarbeiter*innen von der CIS abgeworben, um angeblich unter genauso guten oder sogar vermeintlich besseren Bedingungen in der CeBeeF Hessen angestellt zu werden. Inzwischen soll es sogar Einzelverhandlungen geben, bei denen „noch manche“ Kolleg*innen „bessere“ Bedingungen für sich ganz persönlich rausholen. Wieder andere „manche“ bekommen sogar die Zahlung der Jahressonderzahlung für 2021 versprochen.

Fragen, Fragen! 

Warum kann man die Verbesserungen nicht in der CIS einführen?

Warum nicht in der CIS die Jahressonderzahlung zahlen, wo sie doch bereits refinanziert wurde und wird? 

Warum eine gute Belegschaft zerschlagen und Kolleginnen und Kollegen gegeneinander ausspielen?

Warum willkürliche und widerrufbare Einzellösungen statt kollektiver Verträge, die dauerhaft für alle gelten?

Mit den tollsten Schilderungen und buntesten Zukunftsaussichten werden Visionen berichtet, die in der CIS schon seit 2019 umgesetzt werden könnten. Viele der Vorschläge und Ideen stammen sogar aus dem Kreis der Mitarbeiter*innen. Welchen Grund könnte es geben die CIS – CeBeeF Inklusion und Schule – immer weiter zu verkleinern und stattdessen einen neuen Betrieb mit den gleichen Aufgaben zu betreiben?

Man munkelt: Die Geschäftsführung will den Betriebsrat loswerden.
Wir sind also die Bösen! Wir sind schuld an allem!

– Wir haben den Einstellungsstopp über die CIS verhängt.
– Wir haben die zu geringe Refinanzierung zu verantworten, falls diese nicht passgenau ist.
– Wir haben willkürlich Löhne gekürzt und die befristeten Vertragserhöhungen nicht verlängert.
– Wir haben die Kurzarbeit eingeführt und wollten die 100% Prozent Lohn nicht.
– Wir wollten keinen Tarifvertrag, sondern lieber eine Betriebsvereinbarung mit Lohnabsenkung.
– Wir haben jegliche Kommunikation verweigert und stattdessen heimlich betriebliche Pläne umgesetzt.

Oder?

Natürlich konnten und können wir nichts davon tun, weder würden wir das noch hätten wir die Macht dazu. Unsere Aufgabe ist es, kollektives Recht für die Mitarbeiter*innen zu verhandeln. Der Arbeitgeber hat die Macht, er kann zustimmen oder ablehnen. Unsere Mittel sind auch bei Ablehnung begrenzt. Wir können allerhöchstens einen Kompromiss erzwingen. Wir haben das getan, was wir konnten, denn ohne uns hätte es z.B. keinen Notfallfonds und keine 100% Lohn trotz Kurzarbeit gegeben. Wir haben allerdings nicht die Macht, Löhne zu kürzen oder zu erhöhen, Jahressonderzahlungen auszuhandeln oder zu verweigern, mit den Kostenträgern zu verhandeln oder auch nur in die betriebswirtschaftlichen Zahlen zu schauen.  Nichts von alledem!

Der „böse“ Betriebsrat

Wir wurden am 10. Dezember 2019 von einer großen Anzahl Mitarbeiter*innen in unser Vertrauensamt gewählt. Seitdem haben wir – außer einer einzigen Einigungsstelle im Mai letzten Jahres, bei der wir die Lohnkürzung Mai/Juni nicht verhindern konnten, aber wenigstens den Notfallfonds aushandeln – als Gremium keine gerichtlichen Schritte unternommen, obwohl uns in unserer Arbeit ständig Steine in den Weg gelegt wurden. Vom nächtlichen Austauschen des BR-Büro-Türschlosses über das heimliche Überschreiben des Passworts des Betriebsratsservers, des wochenlangen Vorenthalten von notwendigen Arbeitsmitteln, darunter Drucker, Adressen der Belegschaft, funktionierende Terminals, bis hin zu der Tatsache, dass man uns ständig übergeht und wir uninformierter gehalten werden als alle anderen Mitarbeiter*innen, obwohl der Arbeitgeber zur Information des Betriebsrats gesetzlich verpflichtet ist. 

Der Arbeitgeber wird wahrscheinlich unser Stillhalten in Sachen Gericht für Schwäche halten, dabei ging es uns darum, dass man uns nicht auch noch vorwirft, wir würden Geld herausschmeißen, wenn wir Informationen, die wir für unsere Arbeit brauchen, gerichtlich einklagen.
Vielleicht entstand der Eindruck, wir würden irgendwann aufgeben. Und tatsächlich hat sich unser Gremium immer wieder verkleinert, aber hauptsächlich deswegen, weil die, die den Betriebsrat verließen, sich mehr davon versprachen, für den Arbeitgeber zu arbeiten als für die Mitarbeiter*innen.
Tatsächlich erscheint es für die persönliche Situation wenig lohnenswert, als Betriebsrat zu arbeiten. Man arbeitet oft mehr Stunden als (nur) in der Schule, erreicht nur wenige, wenn überhaupt etwas von seinen hehren Zielen, da immer der Arbeitgeber zustimmen muss, und ist obendrein auch noch oft unfairen (weil auf unwahre Aussagen begründeten) Anfeindungen ausgesetzt.

Wir haben niemals eine Einstellung in der CIS widersprochen

So hält sich hartnäckig die faustdicke Lüge, wir hätten Einstellungen widersprochen. Das stimmt nicht. Seit wir am 10.12.2019 gewählt wurden, hat man uns in der CIS niemals eine Einstellung vorgelegt. Im Gegenteil, bei jeder möglichen Gelegenheit haben wir der Geschäftsführung signalisiert, dass wir ein neues Gremium sind und begrüßen würden, wenn in der CIS wieder Mitarbeiter*innen eingestellt würden. Das Hindernis, dass die Geschäftsführung wahrscheinlich sah, war die Einstellung von neuem Personal unter schlechteren Bedingungen. Aber versucht wurde es niemals, daher ist diese Aussage, wir hätten widersprochen, reine Erfindung.

Betriebsrat? Mitarbeiter*innenvertretung

Wir verstehen uns als ein Basisbetriebsrat, eine echte Mitarbeiter*innenvertretung. Das bedeutet, wir vertrauen auf Euch, unsere Wähler*innen, dass ihr bei den Kollektiven Entscheidungen hinter uns steht. Denn wir sind Eure Vertretung. Wir sind dafür da, dass ihr nicht allein Dinge für Euch erkämpfen müsst. Am Anfang sieht immer alles toll aus, aber wenn es Probleme gibt, was dann? In der CIS sind wir da. Wir sind es gewohnt, an Eurer Stelle den Frust zu fangen! 

Und wenn Euch etwas nicht passt: Wenn die Mitarbeiter*innen den amtierenden Betriebsrat loswerden wollten, gäbe es keinen besseren Weg, als einen anderen Betriebsrat zu wählen. Dies kann während der Amtszeit geschehen, wenn eine Anzahl Mitarbeiter*innen für Rücktritt stimmen, und es kann im nächsten Jahr geschehen, wenn im Frühjahr 2022 regulär neue Betriebsräte gewählt werden.

Bei der Suche im Netz fand sich übrigens dies: „Wenn mindestens fünf volljährige Beschäftigte im Betrieb sind – von denen mindestens drei ein halbes Jahr oder länger im Betrieb arbeiten – kann ein Betriebsrat gewählt werden. Ab dieser Betriebsgröße darf der Arbeitgeber eine Wahl nicht verbieten oder behindern.“
Warum das Zitat? Weil sich ein weiteres Gerücht hartnäckig hält, dass es eine bestimmte Anzahl „Vollzeitstellen“ sein müssten, manche glauben sogar, es müssten 200 und mehr sein, bevor man einen BR gründen kann. Das ist schlichtweg Quatsch! Volljährig, nicht Vollzeit. Und warum 200? Die Anzahl der ordentlichen Mitglieder richtet sich nach der Belegschaftsgröße. Aber ein 7er-Gremium (unter 200) kann ebenso effektiv arbeiten wie ein 9er-Gremium (ab 200), wenn die Mitglieder wirklich Betriebsratsarbeit für ihre Kolleg*innen machen wollen!

Wir werden nicht aufgeben und hoffen immer noch, dass die Geschäftsführung zur Einsicht kommt, dass das, was wir haben, gut und erhaltenswert ist. Dass es in der CIS um Menschen geht, die für Menschen arbeiten. Das wir alle nicht austauschbar sind. Und dass sich die Inklusion – neben den Kindern in den Schulen – auch auf die Mitarbeiter*innen beziehen sollte! Dass wir gemeinsam gute Arbeit machen können, aber eben mit kollektivem Recht der Mitarbeiter*innen und guten Arbeitsbedingungen inklusive Tariflohn. Das ist für uns Frieden im Betrieb: wenn es allen gut geht!

Solidarische Grüße

Eure Vertretung im Betrieb

Betriebsrat bei Teamwerk

Aus zuverlässiger Quelle haben wir erfahren, dass bei Teamwerk mutige Kolleg*innen einen Betriebsrat gründen werden. Wir sind sehr stolz auf diese Vorreiter*innen, schließlich könnten sie damit die Fortsetzung ihrer befristeten Verträge gefährden. Allerdings befürwortet die Leitung von Teamwerk angeblich einen Betriebsrat.

Ab einer Betriebsgröße von 5 Mitarbeiter*innen kann in einem Betrieb ein Betriebsrat gegründet werden. Aufgabe eines Betriebsrats ist bekanntlich die Mitbestimmung z.B. bei Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitszeit insgesamt sowie Dienstplänen, Urlaub oder – besonders aktuell im Moment – auch Kurzarbeit.

Was viele Arbeitgeber überhaut nicht zu begreifen scheinen: Der Betriebsrat als gewählte Mitarbeiter*innenvertretung begegnet der Geschäftsführung auf Augenhöhe. Gerade in der sozialen Arbeit – man kann sich fragen, warum das so sein muss – gehen Arbeitgeber jedoch sehr unprofessionell mit Mitarbeiter*innen um und führen sogar einen Kleinkrieg gegen demokratisch gewählte Betriebsräte, zumindest dann, wenn letztere die Rechte der Mitarbeiter*innen kennen und nachhaltig vertreten.

Oft wird bei Freien Trägern auch die Gründung eines Betriebsrats erschwert oder sogar boykottiert. Man mag solch eine Haltung vielleicht bei rein auf Profit ausgerichteten Unternehmen der „freien“ Wirtschaft erwarten. In der sozialen Arbeit, wo ohnehin die Löhne und alle Kosten 1:1 refinanziert werden müssen, ist sie komplett unverständlich. Hier sollten die Arbeitgeber zum Wohle derer, die die eigentliche Arbeit für Menschen mit Einschränkungen vor Ort leisten, gemeinsam mit dem Betriebsrat an der Verbesserung und Erhaltung guter Arbeitsbedigungen arbeiten. Schließlich – wir berichteten schon sehr oft – handelt es sich um öffentliche Gelder, die auch aus den Steuern besagter Arbeitnehmer*innen kommen. Zumal gute Arbeitsbedigungen auch direkt den unterstützten Menschen zu Gute kommen, weil qualifizierte und gesunde Arbeitskräfte nun mal weitaus bessere Arbeit leisten können.

Um so besser also, wenn in einem Betrieb, der bereits öffentlich dafür bekannt ist, dass Arbeitnehmer*innen-Rechte mit Füßen getreten werden, mutige Menschen sich vorstellen können, dies auf gesetzlicher Grundlage zu ändern. Denn die Mitbestimmung eines Betriebsrats, ja, schon dessen Gründung, ist gesetzlich geregelt und unterstützt, nicht zuletzt durch die Gewerkschaften gefördert.

Wir sind gespannt, wie sich die Lage bei Teamwerk entwickeln wird, wo die Geschäftsführung nach eigener Aussage nichts gegen Betriebsräte haben soll. Es wird sich zeigen, ob das stimmt!


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Beispiellose Angstmache verlangt einigen Widerstand

Kommentar mit wichtigen Links im Anschluss

„Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muss man die Umstände menschlich bilden“. Dieser im 21. Jahrhundert vielleicht etwas antiquiert anmutende Satz von Friedrich Engels zielt darauf ab, dass Menschen durch das, was sie umgibt, geformt werden, und dass deshalb diese Umgebung so menschlich wie möglich – so gerecht und menschenwürdig wie möglich – gestaltet werden soll, damit es uns allen, der gesamten Menschheit, gelingt, in Würde, gegenseitigem Respekt und Zufriedenheit zu arbeiten und zu leben.

Dieses weiterhin sehr moderne Denken ist leider noch nicht überall verbreitet, denn viel zu viele glauben offenbar noch immer daran, dass man am besten herrscht, wenn man Angst und Schrecken verbreitet und andere Menschen in den Schmutz zieht.

Ein Sammelsurium an Absurditäten

Vielleicht haben einige von Euch von dem „Newsletter“ der Betriebsrats-Liste „Neuer Kurs“ in CAP gehört oder ihn sogar gelesen, wobei man vor letzterem fast zurückschrecken muss, da es sich um reine Propaganda handelt, in der sich Unwahrheiten und Wahrheitsverdrehungen aneinander reihen.

Es hat keinen Sinn zu versuchen, ein solches schon in sich widersprüchliches Geflecht an Anschuldigungen und Lügen zu widerlegen. Natürlich könnten wir schreiben, was alles falsch ist und wie es sich wirklich verhält. Aber solche Falschaussagen verdienen diese Aufmerksamkeit gar nicht.

Wir machen Euch dennoch auf die Veröffentlichung aufmerksam, da wir hinter die ganzen Phrasen schauen und verstehen wollen, welche Wirkung das Ganze haben kann.

Was soll bezweckt werden?

Man muss nämlich erkennen, was mit solch einem Inhalt bezweckt werden soll. Allen Leuten zu erzählen, dass die in der Tarif-Bewegung engagierten Menschen allesamt „schuld“ am Niedergang des CeBeeFs seien, verweist allzu deutlich darauf, dass von den wahren Verursachern abgelenkt und „Tarif“ als Sündenbock hingestellt werden soll.

Allerdings wissen alle Beteiligten, auch die Verantwortlichen für diese Propaganda, wer tatsächlich verantwortlich ist für die vielen Verschlechterungen in den Arbeitsbedingungen und Lohnabsenkungen. Warum dann diese Verleumdung? Weil durch die Worte von „Neuer Kurs“ in jeder Zeile neue Angst geschürt wird. So soll Gehorsam erzwungen und jeder Widerspruch im Keim erstickt werden. Sie schreiben es selbst ganz deutlich: Man müsse dem „Arbeitgeber“ auf Knien danken, dass er einem Arbeit gibt. Und wer nicht kuscht, soll „abgewickelt“ werden.

Dabei sind diese Geschäftsführungen der sozialen Arbeit keine eigentlichen Arbeitgeber, sondern Verwalter öffentlicher Gelder – Steuergelder, die auch wir zahlen, die wir diese Arbeit verrichten! Die Adressaten unserer Dienstleistung, die Menschen, um deren Teilhabe es geht, sind die eigentlichen Arbeitgeber.

Und diese Art der Angstmache in einer Zeit, in der ohnehin viele Menschen um ihre Gesundheit fürchten und zugleich um ihren Arbeitsplatz bangen müssen! Doch wer will sich von der Angst dominieren lassen?

Gemeinsamer Widerstand ist die Antwort

Zunächst einmal: So mächtig sich dieser „Arbeitgeber“, der immer neue Gesellschaften aus dem Boden stampft, auch gerieren mag, noch leben wir in einem Rechtsstaat, der trotz „Tendenzschutz“ dem Investor und seinen Vasallen keine allumfassende Macht gewährt. Mit allen zu Verfügung stehenden Rechtsmitteln werden wir uns zu wehren wissen gegen diese Verleumdungskampagne und alle Maßnahmen der Entrechtung, die noch gegen uns geplant sind.

Wir sind tatsächlich nicht machtlos, obwohl wir als Listen „Tarif“ (CAP) und „t.a.r.i.f“ (CIS) – ganz im Gegenteil zu den falschen Behauptungen von Neuer Kurs – bisher nur sehr wenige unserer Rechtsmittel genutzt hatten. So haben z.B. wir in CIS in diesem ganzen ersten Jahr der neuen Gesellschaften nur eine einzige Einigungsstelle angerufen, als wir verhindern wollten, dass der Arbeitgeber die Pandemie instrumentalisiert und die Löhne eines Drittels der Belegschaft CIS auf nur 40% absenkt. Wir konnten allerdings nur einen Härtefallfonds erstreiten, denn der Arbeitgeber hat – ohne einen Tarifvertrag – weit mehr Macht als der Betriebsrat.

Zumal uns die Geschäftsführung und deren Gehilfen von Anfang an Steine, eigentlich sogar ganze Felsbrocken, in den Weg gelegt haben. Begonnen hat es mit dem Austauschen des Türschlosses im BR-Büro, und es geht derzeit weiter, in CAP mit Bossing und Mobbing gegen einzelne Kolleg*innen der Liste „Tarif“ in CAP, denen praktisch die Betriebsratsarbeit verunmöglicht wird, obwohl sie mit nur zwei Stimmen weniger von fast der Hälfte der Wähler*innen mit einem gültigen Mandat betraut sind. Und in CIS mit dem gezielten Erschweren der Arbeit durch Vorenthalten von Informationen gegenüber dem Betriebsrat, ja sogar mit Falschinformationen. Beim letzten Monatsgespräch haben der Abteilungsleiter CIS und der Personalchef noch regelrecht geschworen, dass die neue gegründete Gesellschaft uns, der CIS, keine Konkurrenz machen werde, wie Teamwerk es versucht hatte. Aber vielleicht wussten diese beiden es tatsächlich nicht besser, denn auch Nichtinformation kann gezielt wirksam sein.

Wenn die Behauptungen der Liste „Neuer Kurs“ in CAP nicht haltlos sein sollten, was Versuche der „Abwicklung“ von CIS angeht, werden wir massiv gegensteuern. Die Arbeit ist da, auch wenn sie durch die Pandemie-Bedingungen massiv erschwert wird. Es gibt also keinen anderen Grund, die CIS zerstören zu wollen, als dass dieser Arbeitgeber jegliche Mitbestimmung der Beschäftigten ausschalten will. Dies bestätigt sogar „Neuer Kurs“! Die weitere neue Gesellschaft wäre, wie Teamwerk, betriebsratslos, also ohne jegliche Unterstützung für die Mitarbeiter*innen, so dass jede und jeder einzelne vom Wohlwollen oder eben Nichtwollen des Arbeitgebers abhängig wäre. Dass „Neuer Kurs“, die dem Arbeitgeber im Befehl noch vorauseilen, die Willkür des Investors auch noch als die Schuld der Tarifbewegung hinstellt, ist nur ein Beweis für die Absurdität vieler ihrer Unterstellungen. Ohne unsere jahrelangen Anstrengungen würden auch sie immer noch kaum mehr als 9,31 Euro brutto verdienen. Aber das haben sie wohl vergessen.

Es geht um die Menschen und ihre Teilhabe

In einem Punkt müssen wir die merkwürdige Meinungsmache von „Neuer Kurs“ allerdings wirklich gerade rücken. Da haben sie nämlich eine Sache überhaupt nicht begriffen: Es geht uns von „Tarif“ (CAP) und „t.a.r.i.f“ (CIS) nicht vornehmlich um „Politik“ alleine für „unsere Rechtsansprüche“. Uns geht es, und das haben wir immer wieder betont, um die Arbeit, die wir mit Freude und gesund erhaltend verrichten können wollen. Uns geht es um die Teilhabe der Menschen, unsere eigentlichen Arbeitgeber, die wir begleiten und unterstützen, damit ihre Lebensqualität sich verbessert und sie Anteil haben können am gesellschaftlichen Leben bzw. mehr Bildungschancen genießen. Wie besser könnten wir das erreichen, als wenn wir Arbeitskräfte zufrieden sind, weil wir respektiert werden und so entlohnt, dass wir davon leben können.

Es sind ohnehin keine Unsummen, von denen wir hier reden, wir rangieren, im Gegensatz zu denen im „Overhead“, die oft gegen uns agieren, im unteren Spektrum der Lohngruppen. Aber es geht um Würde und Existenzsicherung. Mit diesem Minimum an Forderungen gehen wir mit Freunde zur Arbeit und leisten einen kleinen Beitrag zur Inklusion.

Noch immer gemeinsam für „Gohn“ und Inklusion

Das, was wir fordern, ist nicht zu viel verlangt und schreit gerade zu nach Unterstützung. Die vor mehr als zehn Jahren begonnene Bewegung „Gohn“, gerechter Lohn, setzt sich weiterhin in „Tarif“ und „t.a.r.i.f.“ fort. Deshalb werden wir, ganz bestimmt wieder Seite an Seite mit den Menschen, die unsere Begleitung gewöhnt sind und behalten wollen, um die Weiterexistenz gerechter Arbeit und gerechten Lohns und um die letzten Reste dessen, was einmal CeBeeF Frankfurt war, kämpfen! Wir verweisen noch einmal auf Engels, den wir eingangs zitiert haben, und wollen eine menschenwürdige Umgebung schaffen helfen.

Wir setzen dabei auf Tarifbindung, also auf einen neuen Tarifvertrag, der dem Arbeitgeber viele seiner Willkürmaßnahmen verunmöglichen würde. Geld regiert nicht die Welt, zumindest nicht in der sozialen Arbeit! Auch wer sich leisten kann, noch ein Dutzend neuer Gesellschaften zu gründen, wird ausgebremst, wenn wir uns alle gemeinsam gegen diese vermeintlichen Windmühlen zur Wehr setzen. Die Gemeinsamkeit und eine starke Lobby wie ver.di verhilft uns letztlich zu unserem Recht und zur Möglichkeit, in unseren Maßnahmen – mit den Menschen, für die wir da sein wollen – weiter arbeiten zu können! Seid dabei!

Wichtige Links:

Jetzt erstrecht! https://mitgliedwerden.verdi.de/beitritt/verdi
Wer noch nicht ver.di-Mitglied ist, sollte es jetzt werden. Messt es nicht an dem, was ver.di für Euch tun kann, messt es daran, was wir alle gemeinsam tun können, wenn wir ver.di sind!
Wir haben schon einmal den Tarifvertrag erkämpft, wir werden es auch diesmal wieder erreichen! Wenn nicht mit diesem „Arbeitgeber“, dann mit dem nächsten! Der „Arbeitgeber“ ist vielleicht austauschbar, wir sind es nicht!

Erstes Interview der ver.di-BG mit Radio X: https://absmagazin.de/Members/dada/210120
Engagierte ver.di-Mitglieder von CIS und CAP haben mit Radio X gesprochen. Es lohnt sich reinzuhören!

Wer es noch nicht gemacht hat: Schreibt eine Mail an „cebeef-tarifvertrag“ bei „gmx.de“! Das „@“ dazwischen nicht vergessen! Schreibt: „Ich bin dabei“, das genügt schon! Dann wissen wir, dass wir auf Euch zählen können. Wir müssen uns rasch organisieren!

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Gemeinsam kämpfen: Mehr für alle!

Über die erzwungene Zerschlagung des CeBeeF werden sich noch immer so einige Personen die Hände reiben, ging es doch darum, mit dem Betrieb auch die Belegschaft zu spalten, gemäß dem alten Motto „Teile und herrsche“. Aber wir sind noch lange nicht am Ende!

Bei Wikipedia liest sich das so: „(…) Teile und herrsche ist eine Redewendung (…); sie empfiehlt, eine zu besiegende oder zu beherrschende Gruppe (wie z. B. ein Volk) in Untergruppen mit einander widerstrebenden Interessen aufzuspalten. Dadurch soll erreicht werden, dass die Teilgruppen sich gegeneinander wenden, statt sich als Gruppe vereint gegen den gemeinsamen Feind zu stellen.“

Was sind das denn für „widerstrebende Interessen“? Ganz einfach: Es geht darum, wie jede und jeder einzelne von uns mit der Willkür und den Ungerechtigkeiten der neuen „Geschäftsführung“ umgeht.

Die neuen „Herrschenden“ setzten nämlich darauf, dass wir uns lieber gegenseitig das Wasser abgraben, statt uns gegen sie, „die da oben“, zu wenden. Sie setzten darauf, dass sich jeder Mensch selbst der nächste ist und glaubt, nur für sich sorgen zu müssen, um nicht unterzugehen. Sie setzen auf unsere Angst!

Aber gibt es wirklich so viele in der Belegschaft, die ihre eigenen Interessen vor die der Gemeinschaft stellen und nicht verstehen, dass sie dadurch erst recht erpressbar sind? Denn wir würden nur dann wirklich dauerhaft wehrlos, wenn wir uns noch weiter vereinzeln lassen würden, als es an den Arbeitsplätzen sowieso schon gegeben ist. Stattdessen müssen wir uns gemeinsam wehren gegen das unrechtmäßige Unternehmertum, das der Investor und seine Lakaien in den Einzelgesellschaften in unterschiedlicher Weise walten lassen.

Die Spitze vom Eisberg

Wir erinnern uns: In CIS, CeBeeF Inklusion und Schule, herrscht seit Juli 2019 Einstellungsstopp. In CAP, CeBeeF Assistenz und Pflege, werden Menschen nur noch mit EG3 eingestellt und erhalten weniger Urlaub, wogegen die allein waltende Liste „NK“ im Betriebsrat nichts unternimmt, obwohl sie damit gegen §99 BetrVG verstoßen.
In CIS wird der Betriebsrat hingehalten und bekommt weder Informationen noch gibt es vertrauensvolle Zusammenarbeit. In CAP wird den Tarif-Betriebsräten, die von fast der Hälfte der Belegschaft gewählt wurden, die Betriebsratsarbeit verboten oder zumindest so erschwert, dass ihre Arbeit enorm behindert wird.
In CIS können die meisten im Betriebsrat nur zur Sitzung kommen, weil es wegen Personalmangels keinen Ersatz in der Schule für sie gibt.
Obwohl die Kolleg*innen seit Monaten unter krass erschwerten Pandemie-Bedingungen arbeiten, wurde in CAP soeben eine garantiert krankmachende BV Dienstplanung an der Belegschaft vorbei verhandelt. In CIS wurden mitten in der Krise die vertragserhöhenden Kettenbefristungen nicht fortgesetzt, sodass viele Mitarbeiter*innen nur noch höchstens ein Drittel ihres Lohnes bekamen, als dann auch noch Kurzarbeit erzwungen wurde.

Wer bei diesem massiven Programm an systematischer Entrechtung noch glaubt, alleine durchkommen zu können, unterschätzt, dass die „Geschäftsführung“ offenbar keine Schmerzgrenze hat. Jegliche Vereinzelung der Mitarbeiter*innen bietet wieder neuen Raum für Willkür.

Jede Vereinzelung macht schwach

Dabei spielt es keine Rolle, wie die Vereinzelung genau aussieht oder wie nachvollziehbar unsere Entscheidungen dabei sind. Die Wirkung ist nämlich dieselbe, ganz egal ob Kolleg*innen sich nur noch auf ihren Einsatz konzentrieren und sonst nichts mehr wissen wollen, ob sie sich alles gefallen lassen, bis sie dauerhaft krank werden, ob sie einen „Plan F“ entwickeln und nach dem Strohhalm, „Fachkraft“ zu werden, greifen oder ob sie gleich in Scharen die CeBeeF-Betriebe verlassen.

Natürlich gibt es auch ein paar, die von der Situation, wie sie ist, profitieren und Positionen bekleiden, von denen sie in anderen Betrieben nur träumen könnten. Das sind dann die „schärfsten Hunde“ der Herrscher. Um es als Bild deutlich zu machen: Schließlich ist kaum ein Alleinherrscher denkbar, der ohne jemanden wie „Grima Schlangenzunge“ auskommt.

Wir ermöglichen Teilhabe

Fakt ist auf jeden Fall, dass sich nichts ändern, sondern nur noch weiter verschlechtern wird, wenn zu viele die Stärke der Gemeinschaft derer verkennen, die die eigentliche Arbeit mit Menschen mit Einschränkungen vor Ort leistet. Denn machen wir uns nichts vor, auch als Fachkraft erfährt man kaum Anerkennung und bleibt unterbezahlt, und auch in anderen Betrieben wird nur auf den Sparkurs auf Kosten der Mitarbeiter*innen an der Basis gesetzt.

Dabei sind die, die meinen, sie hätten das Recht über die Geschicke aller im Betrieb zu bestimmen, obwohl sie in Wahrheit nur öffentliche Gelder verwalten, eigentlich gar nicht so mächtig, wie sie sich benehmen. Vielmehr sind sie vom absoluten Gehorsam derer, die sie unterdrücken, komplett abhängig. Sobald sich die Mehrheit der Kolleg*innen die vielen Ungerechtigkeiten nicht mehr gefallen lässt, ist die Macht der „Geschäftsführung“ gebrochen. Sie könnten „den Laden dicht“ machen? Sicher. Aber unsere Arbeit wäre dann immer noch da. Nur ihre nicht. Sie könnten also nicht länger auf unsere Kosten ein reichliches Geschäftsführungehalt beziehen.

„Gemeinsam stark“ sind keine leeren Worte

Was wollen sie denn machen, wenn wir alle nein sagen? Was wollen sie machen, wenn wir alle auf unsere Rechte bestehen? Die Arbeit als solches ist mit den Mitarbeiter*innen vor Ort verbunden, das haben die „dort oben“ erst begriffen und versucht, ganz schnell zurückzurudern, als im letzten Sommer ihre unrühmliche Abwerbe-Aktion kläglich gescheitert ist, weil die betroffenen Kolleg*innen lieber zu anderen Betrieben wechselten als zur selbstgeschaffenen Konkurrenz „Teamwerk“ zu gehen.

Selbst die Kolleg*innen bei „Teamwerk“ sind nur durch Vereinzelung machtlos. Wenn sie alle zusammenhalten, kann auch deren „Geschäftsführung“ nichts ausrichten. Sie könnte nicht alle kündigen, denn dann gäbe es niemanden mehr zum Beherrschen.

2021 ein deutliches Zeichen setzen

Das Fazit ist also, nach einem Jahr massiver Verschlechterungen, Lohnkürzungen und Ausnutzen der erschwerten Bedingungen in der Pandemie, dass wir im kommenden Jahr 2021 alle gemeinsam streikfähig sein müssen, sodass wir – ebenso gemeinsam – einen Strich ziehen: Bis dahin und nicht weiter! Wir wollen den CeBeeF-Tarifvertrag!

Die Forderungen sind klar: Her mit dem Tariflohn für alle! Und weg mit der „Tendenz“, was die Verwendung öffentlicher Gelder angeht! Wenn hier nie jemand kontrolliert, was mit dem Geld passiert, steht die nächste Insolvenz in Frankfurt vor der Tür! Zumal: Tariftreue kann die Stadt nur umsetzen, wenn alle Betriebe tarifgebunden sein müssen.

Zerschlagen hin oder her – wir in dem CeBeeF-Gesellschaften sind noch immer ersten der Branche, die in der gesamten Bundesrepublik deutlich gemacht haben, dass Teilhabeassistenz – Schulbegleitung, Integrationshilfe, egal wir wir sie nennen und ebenso Assistenz und Pflege – komplexe und anspruchsvolle Tätigkeiten mit großer Verantwortung sind. Wir haben die Wertigkeit der Tätigkeit, d.h. ihren Wert in der Gesellschaft, neu bestimmt. In Zahlen drückt sich das so aus: Unseren Anwendungstarifvertrag nach TVöD und Minimum S4 sowie EG5!

Es geht schließlich um mehr

Wer das leugnet, verweigert den Menschen, für die wir arbeiten, ihr Recht auf eine hohe Qualität der Dienstleistung und versucht zu vertuschen, dass mit Dumpinglöhnen und verfehlter Sparpolitik die Lebensqualität nicht nur der Beschäftigten, sondern auch die der Betroffenen sinkt. Wir ermöglichen Teilhabe, und Teilhabe hat, neben ihrem Wert, eben ihren Preis!

In diesem Sinne müssen wir alle gemeinsam kämpfen, denn es geht nicht nur um unser Wohl als Mitarbeiter*innen, es geht um die Menschen, für die wir tatsächlich arbeiten.

KEINE RUHE OHNE TARIF! TVÖD MIT UNSEREN EINGRUPPIERUNGEN FÜR ALLE!

Löbliche Verteidigung von sogenannten Sachmitteln

Heute trafen sich gewerkschaftlich engagierte Vertreter*innen sozialer Träger und andere Engagierte online mit dem Frankfurter SPD-Vorsitzenden Mike Josef, organisiert und moderiert von Roger Podstatny von der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA).

Die Diskussion drehte sich unter anderem um die Haushaltsplanung der Stadt für das kommende Jahr 2021. Eine Kollegin vom BVZ, zu dem Kita-Einrichtungen gehören, sprach dazu an, dass nicht-städtische Träger grundsätzlich schlechter geplant werden als städtische Einrichtungen.

Das ist eine deutliche Aushöhlung der Tariftreue, die sich die Kostenträger nur erlauben können, weil notwendige Maßnahmen der Daseinsfürsorge privatisiert und an die sogenannten „Freien Träger“ vergeben wurden, wobei für viele Mitarbeiter*innen „frei“ eher nach „ungeschützt“ und „sich selbst überlassen“ klingt. Die Gefahr, die die Kollegin schilderte, liegt nicht nur in der Verschlechterung der Bedingungen und Kürzung von Geldern für die „Freien“, sondern vielmehr darin, dass die Schlechterstellung bereits in der Haushaltsplanung die Willkür der Geschäftsführungen dieser Träger geradezu fördert, da letztere nicht in ihrem „Overhead“ sparen, sondern immer wieder bei den Löhnen der Mitarbeiter*innen an der Basis, die einerseits die größte Gruppe bilden, andererseits aber individuell am meisten unter Kürzungen leiden.

Eine andere Kollegin forderte, dass bezüglich aller Ungereimtheiten bei der Stadt in den zugehörigen Ausschüssen nachgefragt werden müsse, allerdings haben gerade Kolleg*innen der CeBeeF-Betriebe dies bereits sehr oft erfolglos getan, weil sie immer wieder an der Mauer der „Tendenz“ scheiterten. Die Verantwortlichen bei den Kostenträgern hoben stets ihre gebundenen Hände: Sie könnten nichts tun, die Mitarbeiter*innen sollten ihr Problem mit ihrem Arbeitgeber ausfechten.

Indirekt ermächtigen die Kostenträger mit solch einer Haltung die Geschäftsführungen der Freien Träger sogar zur bereits aufgezeigten Einsparungs-Praxis. Nicht einmal die Tatsache, dass künstliche Konkurrenz im eigenen Haus die Existenz der CeBeeF-Gesellschaften an sich bedroht, ist offenbar ein Einschreiten wert. Fast möchte man munkeln, dass dem Sozialdezernat, dem CeBeeF-Kolleg*innen seit Jahren immer wieder die Tür einrennen, ein endgültiges Verschwinden des inzwischen zerschlagenen, allzu lästigen Unternehmens ganz lieb wäre: endlich Ruhe!

Dem widerspricht klar und deutlich das Motto, das die Kolleg*innen ihren Forderungen gegeben habe: Keine Ruhe ohne Tarifvertrag! Es wird somit von allen Verantwortlichen offensichtlich übersehen, dass Menschen, die sich so zur Wehr zu setzen verstehen wie die unermüdlichen kämpfenden CeBeeF-Mitarbeiter*innen, deutlich beweisen, wie wichtig ihnen ihre Arbeit ist; so wichtig nämlich, dass sie nicht aufgeben.

Denn darum geht es doch eigentlich, um die wichtige Arbeit dieser Menschen im Zeichen der Inklusion. Darum, dass die Arbeit als solche angemessen wertgeschätzt wird und dass die Arbeitskräfte nicht austauschbar sind. Sie, die Mitarbeiter*innen vor Ort, sind für die Assistenznehmer*innen und für die Kinder, deren Eltern und Lehrkräfte sogar unverzichtbar. Der Umgang mit diesen Arbeitskräften wirkt sich nachvollziehbar auch auf die Qualität der Arbeit aus. So wandte ein Kollege des zerschlagenen und aufgespaltenen CeBeeF, „CeBeeF Assistenz und Pflege“, zu Recht ein, dass es mit der Wahrnehmung und Wertschätzung der Tätigkeit als solches nicht zum Besten steht und man sich fragen muss, welchen Wert dann gesellschaftlich die Bemühungen um Installierung inklusiver Strukturen tatsächlich haben.

Mike Josef zeigte großes Verständnis für die Probleme der Kolleg*innen, zumal diese sich mit der Verschärfung der Arbeitsbedingungen in der Pandemie auch weiter verschärft haben. Er versprach unter anderem sich dafür einzusetzen, dass im kommenden Haushalt die Sachmittel, die als „Zuschüsse und Zuwendungen“ eingestellt werden, nicht gekürzt werden. Dass die schwere und enorm anspruchsvolle Arbeit, die die Kolleg*innen der Freien Träger tagtäglich in der sozialen Arbeit leisten, nur als Zuschüsse und Zuwendungen – wie etwa Hilfsmittel – Wahrnehmung finden, mag schon als sehr unpassend erscheinen. Die Verhinderung einer weiteren Verschlechterung, an die die vortragenden Kolleg*innen noch nicht mal gedacht hatten, nämlich die mögliche Kürzung der ohnehin schon knappen Mittel, führt leider nicht zu einer Lösung der bereits seit Jahren bestehenden Probleme, nicht im CeBeeF und auch nicht in anderen kurzgehaltenen Freien Trägern.

Die Hauptforderung muss daher lauten, dass Aufträge in der sozialen Arbeit nur noch an Träger vergeben werden, die Tarifverträge nach TVöD abgeschlossen haben. Nur so ist zumindest gewährleistet, dass keine Billigheimer Gelder abgreifen, die nicht bei jenen Arbeitskräften ankommen, die die Dienstleistung ausführen.

Vielleicht können die Verantwortlichen auch gleich ihre Nomenklatur überdenken und anerkennen, dass soziale Arbeit auch als solche verstanden und bezeichnet werden muss, und dass es eben nicht um „Zuwendungen“ geht, sondern – z.B. in der Behindertenhilfe – um das gesetzlich garantierte Recht auf Teilhabe von Menschen mit Einschränkungen, eine Teilhabe, die die Kolleg*innen durch ihre Arbeitskraft ermöglichen, die wiederum eine faire Entlohnung verdienen.

Längst fällige Abrechnung

Stand der Dinge 1: Lohnfragen in der sozialen Arbeit

Wen sollte es nicht interessieren, wie es um Löhne in der sozialen Arbeit steht? Schließlich hängt in diesen System unsere persönliche Existenz von Lohnfragen ab. Wenn gerade Menschen, die eine unverzichtbare soziale Arbeit leisten, ständig um Lohn bangen müssen, weil sie so knapp wie nur möglich gehalten werden, wirft dies zugleich ein Licht auf den Wert, den die Verantwortlichen dieser sozialen Arbeit beimessen.

Man halte sich dabei vor Augen, dass Menschen mit Einschränkungen, die selbst aufgrund ihrer Ausbildung ein gutes Gehalt verdienen könnten, davon nur den Sozialhilfesatz behalten dürfen, weil sie ihre lebensnotwendige Unterstützung selbst zahlen müssen.

Irgendwer zahlt also immer die berüchtigte Zeche im angeblich so sozialen Staat. Deutlich genug sind es nicht die verantwortlichen Kostenträger, es sind entweder die Arbeitnehmer*innen oder die Menschen mit Unterstützungsbedarf. Wenn man sich dann noch in Erinnerung ruft, dass kürzlich die Klage um gerechte Bezahlung der Arbeit in einer Behindertenwerkstatt verloren wurde, bestätigt dies, dass Inklusion, Diversity und egalitäre Differenz noch reines Wunschdenken sind. Denn das hängt alles zusammen, in einer Gesellschaft, die an überkommenen Leistungsnormen festhält, statt zu sehen, dass persönliche Leistung qualitativ zu werten sein sollte.

Wenn wir als Menschheit tatsächlich nicht instinktgesteuert sind, sondern uns von den Tieren unterscheiden, dann ist der Hauptunterschied nicht die Tatsache, dass wir denken und gezielt handeln können, sondern die Verpflichtung zur Verantwortung, die uns durch die Freiheit zu denken und handeln auferlegt ist. Diese Verantwortung hängt mit dem Wert zusammen, dem wir Arbeit beimessen. Zu keiner Zeit wurde dies deutlicher als in der Pandemie.

Pflege, Unterstützung, Förderung, Betreuung und darüber hinaus persönliche Ansprache sind wertvolle Dienstleistungen, Arbeiten, von denen die ausführenden Arbeitskräfte leben können müssen, denn diese Arbeit ist anspruchsvoll und unverzichtbar. Menschen, die Teilhabe ermöglichen, aber ständig um ihre Existenz bangen müssen, können nicht gesund bleiben und werden zu Ende gedacht selbst zu Pflegefällen, weil sie irgendwann einfach nicht mehr können.

Menschen, die etwas leisten – so viel sie und was sie und wie sie es leisten können – erfüllen ihre Verantwortung in der Gesellschaft. Mehr noch, sie erarbeiten für sich einen Sinn in ihrem Leben, sie haben (An)teil am gesellschaftlichen Tun. Darum geht es doch wohl bei der Teilhabe. Daher sollten sie nach ihrer persönlichen qualitativen Leistung fair entlohnt werden, nicht nach irgendeiner Norm oder einem quantitativen Mehrwert.

Auch Menschen, die diese Teilhabe ermöglichen, indem sie Menschen mit Einschränkungen unterstützen zu leben, zu lernen und zu arbeiten, nehmen ihre Verantwortung wahr.

Beide gesellschaftlichen Gruppen dürfen nicht vernachlässigt oder nur halbseiden entlohnt oder unterstützt werden. Wer seine Verantwortung hier ernst nimmt, kann sich nicht entspannt zurücklehnen und die sogenannten „Tendenzbetriebe“ auf Kosten der Arbeitnehmer*innen vor sich hin wirtschaften lassen.

Stand der Dinge 2: Lohnfragen in der sozialen Arbeit am konkreten Beispiel

Wer es noch nicht weiß: Der CeBeeF e.V., der Club Behinderter und ihrer Freunde, entwickelte sich aus der Krüppelbewegung der 1970er Jahre. Menschen mit Behinderung, die in der Lage waren für sich zu kämpfen, wo es kein anderer tat, wollten durch Unterstützungsleistung ihre eigene Möglichkeit zur Leistung, zur Teilhabe, durchsetzen. Denn jeder Mensch braucht ein Leben, das sich nicht auf reine Versorgung beschränkt. Jeder Mensch braucht persönliche Freiheit und damit die Freiheit, das zu leisten, wozu er mit der notwendigen Unterstützung in der Lage ist.

Zu Anfang sah dies für alle Beteiligten aus wie eine ganz einfache Sache: Wir stellen „unsere Freunde“, die uns unterstützen, als Arbeitskräfte an und bezahlen sie. So sind wir einerseits nicht länger Almosenempfänger, anderseits müssen unsere „Helfer*innen“ für ihre Arbeit ohnehin bezahlt werden, denn sie müssen ja leben können. Klingt wirklich simpel.

Doch die Arbeit wurde in der immer komplexer werdenden Gesellschaft auch immer komplexer, immer anspruchsvoller, und neben den Menschen mit Behinderung, die selbst für sich streiten konnten, kamen auch viele hinzu, dies das nicht, noch nicht oder nicht mehr konnten, schlossen irgendwann auch die Betreuung von Kindern in Schule und Kita sowie die Kranken- und Altenpflege mit ein, wobei all diese Tätigkeiten schon bei Menschen ohne Einschränkungen eine große Herausforderung darstellen. Die Anforderungen an die Arbeitskräfte gehen deshalb schon lange weit über das Niveau von Hilfskräften hinaus.

Das merkte man im CeBeeF e.V. lange daran, dass es eine ständige hohe Fluktuation von Arbeitskräften gab, weil diese entweder nach kurzer Zeit aufgaben oder in der Probezeit gekündigt wurden. Ein nicht zu vergessender Teil jedoch wurde selbst dauerhaft krank und pflegebedürftig. Die, die aufgaben oder gekündigt wurden, kamen mit den Anforderungen der komplexen Arbeit nicht zurecht, in die sie mit mangelnder Vorbereitung oder Ausbildung geschickt wurden, gerade so als würden sie ins kalte Wasser geworfen. Die, die selbst zu Betreuungsfällen wurden, hatten sich größtenteils krank gearbeitet. Hinzu kam, dass die Löhne so niedrig waren, dass viele Arbeitnehmer*innen sich die Arbeit beim CeBeeF nur leisten konnten, wenn sie auf das Geld nicht wirklich angewiesen waren, weil sie anderweitig finanziell unterstützt wurden.

Nachdem es im Jahr 2010 ca. 15 Jahre keine Lohnerhöhung gegeben hatte, standen die Arbeitnehmer*innen des CeBeeF mithilfe der Gewerkschaft ver.di auf und kämpften um gerechten Lohn nach TVöD. Im Grunde verlangten sie damit nichts anders als das, was die Kostenträger ohnehin hätten zahlen müssen, wären die Tätigkeiten nicht privatisiert, sondern die Arbeitskräfte bei den Kostenträgern im Öffentlichen Dienst direkt angestellt.

Immer wieder kam nun die Frage nach der Ausbildung auf. Es war ein wenig wie beim Hauptmann von Köpenik, der ohne Pass keine Arbeit, ohne Arbeit keine Wohnung und ohne festen Wohnsitz keinen Pass bekommt. Den Mitarbeiter*innen im CeBeeF wollte niemand mehr Lohn zugestehen, weil sie doch „nur“ Hilfskräfte seien, ohne jede Ausbildung. Aber die Sache mit den angeblichen Hilfskräften ist bereits erklärt. Teilhabeassistenzen in allen Lebensbereichen – darunter Persönliche Assistenz, Schulassistenz oder, seltener, Arbeitsassistenz – sind hoch anspruchsvolle Tätigkeiten, die nur qualifizierte Arbeitskräfte bewältigen.

Dies erläuternd, muss man hinzufügen, dass es zwar – bis heute – keine direkte Ausbildung für die Tätigkeiten der Teilhabeassistenz gibt, dass aber, neben dem Wurf ins kalte Wasser, den die betroffenen Arbeitskräfte aushalten und sich oben halten können müssen, im CeBeeF schon lange jede Menge Zusatzqualifikationen von Bewerber*innen mit Kusshand einkassiert wurden: So nahm man gern den Krankenpfleger oder die Kindergärtnerin als persönliche Assistent*innen und die Logopädin oder den Mathematiker als Schulassistenz. Überhaupt wurden nur zu gern jede Menge Studierte mit oder ohne Abschluss, aber mit Lebens- und Berufserfahrung und jeder Menge Kenntnissen, in der Teilhabeassistenz eingestellt. Dass damit eine Arbeitnehmer*innengruppe in den Betrieb kam, die sich ihrer Lage als sogenannte Hilfskräfte bewusst war und sich zu wehren wissen würde, hatte man offenbar nicht bedacht.

Geschäftsleitung und Vorstand des CeBeeF e.V. sahen wohl von Beginn an den Kampf um höhere Löhne als Widerspruch zum Betreuungsauftrag, also zum Arbeitsethos. Gerade so als sei der Wunsch nach gerechtem Lohn ein Vertrauensbruch gegenüber den Menschen mit Einschränkungen, um die es dem e.V. doch eigentlich ging. Doch hat die Refinanzierung sozialer Leistungen nichts mit Sozialromantik zu tun, es ist ein knallhartes Geschäft. Dafür sorgen die Kostenträger mit der künstlichen Konkurrenz, in die sie die Träger stellen. Wenn letztere hier nicht zusammenstehen und klare Forderungen durchsetzen, verlieren doch die schwächsten Glieder der Kette, und das sind, neben den Arbeitskräften, die vor Ort Unterstützung leisten, auch die zur Teilhabe berechtigten Menschen selbst.

Und schon gelangen wir wieder zum Hauptmann von Köpenik: Es ist nicht verwunderlich, dass keine Ausbildungswege für Teilhabeassistenz existieren. Geradezu halbherzig holt man in der Jugendhilfe ein paar Fachkräfte aus anderen Bereichen, aber wenigstens mit pädagogischer Ausbildung, in die Schulen, aber auch hier werden oft genug – wie in der Behindertenhilfe sowieso – nicht pädagogisch Ausgebildete oder (zumindest akademische) Quereinsteiger*innen akzeptiert, weil sich nur wenige studierte Fachkräfte mit den noch immer geringen Löhnen abfinden möchten.
Ansonsten hält man das Totschlagargument der Nichtqualifizierung hoch und sagt damit, dass Teilhabeassistenz kaum etwas wert sei, weder wirklich gerechten Lohn, gemessen an der Komplexität der Tätigkeit, noch eine Ausbildung, die auch refinanziert werden müsste und naturgemäß gerechtere Löhne nach sich ziehen würde.
Lieber akzeptiert man, dass tatsächlich ungelernte Kräfte an den Menschen mit Teilhabebedarf herumexperimentieren, bis sie aufgeben oder entlassen werden müssen, denn es gibt ja noch die vielen Dummen mit Bildungshintergrund, die aus was auch immer für einem sozialem Engagement oder Helfersyndrom ihre Fähigkeiten einbringen und die anspruchsvollen Tätigkeiten hinbekommen. Zum Glück muss man sie nicht allzu angemessen dafür bezahlen, und das System der Leistungsnorm, das Prüfungen und Papiere statt Menschen berechtigt, hilft den Kostenträgern beim Geldsparen. Hier schließt sich der Kreis: Wer die Zeche dann zahlt, ist bekannt.

Stand der Dinge 3: Insolvenz in der sozialen Arbeit

Es ist vollkommen unverständlich, wie es zu einer nicht passenden Refinanzierung bei den sogenannten Freien Trägern überhaupt kommen kann. Die Stadt Frankfurt oder der Landeswohlfahrtsverband – die Hauptkostenträger der Teilhabeassistenz – müssten, wären sie selbst Arbeitgeber, auch für alle anfallenden Kosten geradestehen. Damit ist nicht nur der Lohn nach TVöD gemeint.

Wie sollen die Betriebe z.B. zurechtkommen, wenn in diesen Berufen naturgemäß Dienstausfälle entstehen? Ein krankes Kind, eine Kundin oder ein Kunde im Krankenhaus, die jederzeit zurückkommen können und wieder Unterstützung brauchen. Natürlich müssen die Kolleg*innen bezahlt werden, auch wenn ihr Einsatz kurzfristig nicht möglich ist. Es ist doch nicht ihre Schuld, dass z.B. die Krankheit derer, die sie betreuen, sie um ihre Arbeit bringt. Und natürlich müssen diese Stunden 1:1 refinanziert sein, denn woher sollte ein Unternehmen das Geld sonst nehmen? Über Pauschalen und Schätzungen lässt sich hier kein Geschäft machen. Jede Stunde muss deklariert und entsprechend refinanziert sein, ebenso jede andere Dienstleistung im Betrieb. Denn es braucht neben der Geschäftsleitung und den Mitarbeiter*innen an der Basis auch Verwaltung, also Finanz- und Personalabteilung, sowie Koordination durch Team- oder Einsatzverantwortliche in dezentralen sozialen Betrieben. Hinzu kommt die Refinanzierung von besonderen Notwendigkeiten, darunter z.B. ein Betriebliches Eingliederungsmanagement, eine Konfliktberatung, Aus- und Fortbildung, Arbeitssicherheit, ein Betriebsarzt und nicht zuletzt ein basisdemokratisch gewählter Betriebsrat.

Wenn dies alles laut Kostenträgern gewährleistet, also refinanziert ist, wenn also die Kalkulation 1:1 stimmt, so wie sie eben stimmen muss, und zwar überprüfbar, dann kann es nicht zu langfristigen Engpässen im Betrieb kommen, zumal dieser als gemeinnützig keine Gewinne verzeichnen darf. Für alle in Frage kommenden Verluste können nur die Kostenträger aufkommen, die sich auch bei sogenannten Tendenzbetrieben die Bücher ansehen können müssen. Es kann nicht sein, dass Betriebe unkontrolliert öffentliche Gelder verwenden und dann, wenn sie dies nicht hinkriegen, in die Schutzschirm-Insolvenz, also in die Insolvenz in Eigenverwaltung gehen, ohne dass jemals deutlich würde, wer für die Misere verantwortlich ist.

Es kann nicht sein, dass Gerichte entscheiden, dass die Geschäftsführungen, die entweder eine fehlerhafte Kalkulation vorgelegt oder mit den refinanzierten Geldern nicht angemessen gewirtschaftet haben – denn einen anderen Grund kann es für eine Insolvenz in notwendigerweise 1:1 refinanzierten Betrieben gar nicht geben – nach ihrem Scheitern die Betriebe in Eigenverwaltung durch die Insolvenz führen dürfen. Dass die Kostenträger so tun, als ginge sie eine solche Insolvenz gar nichts an. So wird dem Missbrauch von Steuergeldern Tür und Tor geöffnet, wenn ein Betrieb öffentliche Gelder erhält, dann drei Monate Insolvenzgeld – also wieder öffentliche Gelder, wenn auch aus anderem Topf – und schließlich wieder wie gehabt weiterwirtschaftet, also erneut durch öffentliche Gelder refinanziert wird.

Fakt ist natürlich, das die Tätigkeiten weitergehen, dass die Arbeitnehmer*innen weiter in der Betreuung von Menschen mit Einschränkungen oder an den Schreibtischen im Betrieb arbeiten. Aber sie sind auch diejenigen, die bei einer Insolvenz am meisten verlieren, wenn Lohnbestandteile und geleistete Arbeitsstunden in der Insolvenzmasse untergehen. Dass sogenannte Unternehmensberatungen für die Durchführung solcher Insolvenzen auch noch Werbung machen und daran sechsstellig verdienen könnten, das mag man sich gar nicht ausdenken.

Stand der Dinge 4: Insolvenz in der sozialen Arbeit am konkreten Beispiel

Im CeBeeF haben jede Menge Personen an der Insolvenz des Vereins verdient, die als Akteure der Insolvenz – von der Eigenverwaltung gewählt oder von Verantwortlichen bzw. per Gesetz eingesetzt – in Erscheinung traten, darunter jede Menge Rechts- und Wirtschaftsberater, der Sachwalter und die Mitglieder des Insolvenzausschusses. Verloren haben die Gläubiger*innen, unter denen naturgemäß die Arbeitnehmer*innen an der Basis am meisten litten.

Nach dreijährigen kostenintensiven (sicher nicht refinanzierten) Versuchen, den Betrieb zu sanieren, konnte der Finanzberater des damaligen Betriebsrats CeBeeF e.V. nur feststellen, dass – neben den erdrückenden Insolvenzkosten – die Personalkosten enorm hoch, bei über 90%, lagen, was deutlich auf eine Refinanzierungslücke verweist. Dennoch wurde diesbezüglich nichts unternommen, sondern auf Verkauf des Betriebs gesetzt. Wohlgemerkt war dies die Alternative, nachdem sich die Geschäftsführung bereits ihrer sogenannten „Altlasten“ entledigt hatte, also die Arbeitnehmer*innen unter den Gläubiger*innen reichlich Löhne und Mehrarbeitsstunden nur noch auf die sogenannte Insolvenztabelle schreiben konnten, um vielleicht 2-3% ihres Geldes irgendwann mal – der CeBeeF ist auch nach 5 fast Jahren noch nicht abgewickelt – zu erhalten.

Und nicht genug der Demütigungen und Lohn-Strittigkeiten, der sich bewerbende Investor, also der Käufer des Unternehmens, versprach zwar die „Rettung“ des Betriebs, spaltete dann aber bekanntermaßen den CeBeeF in drei Betriebe auf und begann – mit dem Dauerargument der Insolvenz – mit Lohnkürzungen und Schrumpfung der kleineren Einheiten. Ein Teil der „Assets“ konnten vom Investor eingestrichen werden. Die restlichen Kosten der Insolvenz sollten und sollen die Arbeitnehmer*innen bezahlen. Die versprochene Weiterführung des Tarifvertrags nach TVöD mit den 2010-12 anhand des Werts der Tätigkeiten eigens erkämpften Eingruppierungen warf der Investor einfach über Bord.

Stand der Dinge 5: Einblick in die aktuelle Realität am Beispiel von CIS und CAP

Die Mitarbeiter*innen in der CeBeeF Inklusion und Schule GmbH (CIS) sind derzeit froh, dass ihnen laut der jüngsten Betriebsvereinbarung, BV Kurzarbeit, 100% Lohn garantiert sind bis einschließlich 31.01.2020. Das war schließlich nicht immer so, weshalb immer letzten Sommer so einige bewährte Mitarbeiter*innen, die sich die Arbeit bei der CIS nicht mehr leisten konnten (Ironie der Wiederholung), zu anderen sozialen Betrieben wechselten.

Auch die Geschäftsführung und sogar die Stadt Frankfurt können sich über diese neue BV Kurzarbeit in der CIS freuen. Denn über die pandemiebedingte Möglichkeit des langfristigen, nahezu bedingungslos gezahlten Kurzarbeitsgelds kann z.B. jede Form von Dienstausfall als Kurzarbeit gemeldet werden, so dass der Betrieb immerhin 80% dessen, was sonst die Stadt zahlen und/ oder aus der pauschalen Refinanzierung kommen müsste, aus anderer Geldquelle fließt. Konkret: die Stadt müsste z.B. Schulstunden, die aufgrund der Pandemie-Situation ausfallen, als Dienstausfälle refinanzieren, ebenso wie Dienstausfälle durch weggefallene Aufträge von Mitarbeiter*innen, die zeitweilig ohne Einsatz sind. Derzeit zahlt dies brav die Bundesagentur für Arbeit, zumindest zu 80%. Kostenträger und Träger können sich hier gar nicht genug bedanken. Dass die Arbeitnehmer*innen unter nachvollziehbar erschwerten Pandemie-Bedingungen arbeiten und durch Kurzarbeit auch noch in die Steuerprogression kommen werden, fällt dabei unter den Tisch.

Die Arbeitskräfte in CIS haben in der Tat keine andere Wahl als sich zu freuen, dass sie wenigstens 100% Lohn bekommen. Worüber sie nicht froh sein können: In der CeBeeF Assistenz und Pflege GmbH (CAP) haben ihre Kolleg*innen soeben – mitten im Kampf um die neue Tarifrunde übrigens – Post vom deren Geschäftsführung erhalten, dass deren Jahressonderzahlung 2020 nicht ausgezahlt werden soll. Dabei steht auch noch die halbe Jahressonderzahlung von 2019 in beiden Betrieben aus und die Arbeitnehmer*innen haben keine andere Wahl als gerichtlich einzuklagen.

Das übliche Argument wird in dem Brief der CAP-Geschäftsführung genannt: dass der Betrieb finanziell nicht gut aufgestellt sei, wird als einzige Begründung geliefert. Wieder einmal sollen die Arbeitnehmer*innen durch Lohnverzicht ein Finanzierungslücke schließen. Als reiner Hohn kann dann noch gelesen werden, dass die Geschäftsführung CAP ausdrücklich betont, dass sie den Anspruch der Mitarbeiter*innen auf die Jahressonderzahlung nicht anzweifelt. Zahlen wird sie diesen Lohnbestandteil aber dennoch nicht.

In der CIS allerdings hat die Geschäftsführung die Jahressonderzahlung 2020 in die Kalkulation mit einbezogen, um den Betriebsrat im Sommer zu zwingen, einer Lohnabsenkung auf Kurzarbeitsniveau zuzustimmen. Damit müsste demnach das Geld vorhanden sein, denn es wurde bereits in Rechnung gestellt. Das Beste hoffen, das Schlimmste erwarten, kann man den Mitarbeiter*innen der CIS derzeit nur sagen.

Fakt ist wohl, es kann nur folgende Gründe geben, schon wieder oder immer noch auf Kosten der Mitarbeiter*innen sparen zu wollen: Entweder haben die Geschäftsführungen der CeBeeF-Gesellschaften nicht richtig gewirtschaftet oder die Refinanzierung immer noch nicht richtig kalkuliert, beides wäre ihr Versäumnis. Wieder müssen die übervorteilten Arbeitnehmer*innen klagen, hoffentlich wenigstens kostenfrei als ver.di-Mitglieder.

Außenstehende jedenfalls können nur den Kopf schütteln, ob denn diese Odysse der Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten beim CeBeeF nicht irgendwann mal ein Ende hat, sodass die soziale Arbeit, die Ermöglichung von Teilhabe auf hohem Niveau, in Frieden und Gesundheit für alle Beteiligten dauerhaft fortgesetzt werden kann, ohne dass notwendige öffentliche Gelder verschwinden oder gar nicht erst vorhanden sind.

Nicht dabei und doch dabei!

Engagierte Kolleg*innen der CeBeeF-Gesellschaften haben am 13.10.2020 am Warnstreik zur ins Stocken geratenen Tarif- und Besoldungsrunde 2020 teilgenommen. Dabei geht es um die Neuverhandlung der Bezüge im Öffentlichen Dienst. Am 20.10.2020 geht der Streik weiter.

Warum geht uns das was an?

Genau genommen beteiligten sich die Kolleg*innen solidarisch am Streik, sie partizipierten; daher Partizipationsstreik. Denn was immer auch verhandelt wird, wir Kolleg*innen in den CeBeeF-Gesellschaften werden in naher Zukunft keine weitere Lohnerhöhung mehr erhalten. Der Lohn in CIS und CAP ist inzwischen statisch.

Wir sind somit sogar gezwungen Tarifverhandlungen durchzusetzen, sonst entsprechen früher oder später unsere Eingruppierungen nicht mehr dem, was wir vor mehr als 8 Jahren verhandelt haben. Eine S4 wäre dann eben keine S4 mehr, verglichen mit anderen sozialen Betrieben, die tatsächlich nach TVöD bezahlen.

Aber warum denn? Haben wir nicht Tariflohn?

Haben wir. Mit dem Betriebsübergang nahmen wir den Lohn mit und auch unsere Ansprüche auf Jahressonderzahlung (wir dürfen auf nächsten Monat gespannt sein!) sowie die Betriebliche Alterversorgung. Doch solange die CeBeeF-Gesellschaften keinen neuen Tarifvertrag abgeschlossen haben, bleibt die Lohnhöhe so wie sie ist. Wir werden keine weitere Erhöhung mehr erhalten.

Aber warum dann streiken?

Ganz einfach: weil wir damit im Gespräch bleiben. Schließlich geht es darum, öffentlich deutlich zu machen, dass wir uns nicht mit einem „Nein!“ abspeisen lassen. Wir geben nicht auf! Das werden auch die Geschäftsführung und der Investor einsehen müssen. Und zwar früher als später!

Deshalb ist es sinnvoll, dass wir unser Problem, dass die Geschäftsführung Tarifverhandlungen verweigert, obwohl der Tariflohn nach TVöD durch den Tariftreuebeschluss der Stadt Frankfurt und auch durch den Landeswohlfahrtsverband in voller Höhe refinanziert ist, überall schildern, immer und immer wieder. Ungerechtigkeiten müssen bekämpft werden, und es ist nun mal ungerecht, wenn die Geschäftsführung und der Investor nicht einsehen oder begreifen, dass die wichtige Arbeit der Kolleg*innen in den CeBeeF-Gesellschaften den Tariflohn nach TVöD wert ist! Engstirnigkeiten, die nicht mehr in unsere Zeit gehören, schaden der ganzen Branche, die sich gerade erst aufmacht, die Teilhabeassistenz in der Schule und die Persönliche Assistenz und Pflege als unverzichtbare Berufe zu akzeptieren. Vielmehr wäre es wichtig und zukunftsträchtig, dass Geschäftsführungen hier ihre Chance sehen, diese gar nicht mehr so neuen Berufe als Berufsbilder herauszuformen und Bildungs- und Ausbildungswege zu etablieren.

Das Verdienen auf dem Rücken der Arbeitnehmer*innen passt nicht nur nicht zu den angeblich sozialen Ansprüchen und auch nicht zur Inklusion, es repräsentiert sogar das geschäftliche Denken von Gestern. Schließlich kommt jeder Euro durch eine gehobene Dienstleistung direkt den Kund*innen und Kindern zu Gute. Denn es geht um den Einsatz von Menschen für Menschen. Insofern garantiert eine gut geregelte Bezahlung neben gesunderhaltenden Arbeitsbedingungen, dass Teilhabe sich hochwertig realisieren lässt. Mit anderen Worten: Gute Arbeit verdient gute Bezahlung und berufliche Sicherheit, was eine stabile Betreuungssituation ermöglicht. Eine wünschenswerte Wechselbeziehung.

Mehr als einen Schritt weiter

Deshalb gehen aktive Kolleg*innen zum Streik und beteiligen sich an der Tarifdebatte. Es wäre geradzu unsinnig, etwas anderes zu tun und zuzulassen, dass die CeBeeF-Gesellschaften hinter die eigenen, selbst erkämpften Standards von 2012 zurückfallen, insbesondere da sich überall in der Republik Betriebe am Beispiel des CeBeeF-Tarifvertrags orientiert haben.

Der nächste Streik-Aufruf ist da!

Am 20.10.2020, 11 Uhr, Treffpunkt Parkplatz neben dem DGB-Haus, geht es weiter mit dem Warnstreik zur Tarifrunde. Auch da werden wir wieder dabei sein, und je mehr von uns, desto besser. Wir müssen der Geschäftsführung und dem Investor deutlich zeigen, dass wir nicht aufgeben, bis wir am Verhandlungstisch sitzen!

Erster Warnstreik am 13.10.2020

Die Gewerkschaft ver.di hat im Rahmen der Tarifrunde 2020 zum Partizipationsstreik, also zum ersten gemeinsamen Warnstreik, morgen, Dienstag, 13.10.2020, aufgerufen. Dies erfolgt – sicher verständlicherweise – bei Streik in der Regel ganz kurzfristig.  

Unsere ver.di-Mitglieder in den CeBeeF-Betrieben haben den Aufruf schon erhalten, aber wir alle gemeinsam sind angesprochen, denn wir können den Termin nutzen, um wieder einmal Zeichen zu setzen: KEINE RUHE OHNE TARIFVERTRAG!

Partizipationsstreik“ – was ist das?

Wir unterstützen damit die laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Das betrifft uns alle! Applaus allein reicht nicht, die Wertschätzung für uns und die Unverzichtbarkeit unserer Arbeit müssen sich auch materiell ausdrücken. Zumal die Arbeitsbedingungen für viele von uns in den letzten Monaten eher verschärft worden sind.

Da die Arbeitgeber einfach nur Zeit verstreichen lassen, gibt es jetzt in der 3. Woche der Verhandlungen erste Warnstreiks zur Begleitung der Verhandlungen.

Ist das unser Streik?

Morgen ist auch der CeBeeF dabei! Schließlich haben wir eine Stimme! Und wo wir dabei sind, setzen wir Zeichen! KEINE RUHE OHNE TARIFVERTRAG!

Wir sind zwar noch am Anfang unserer Arbeit zum Erhalt und Wiedererringen unseres Tarifvertrags mit den CeBeeF-Eingruppierungen. Aber dennoch sollten wir keine Chance verstreichen lassen und öffentlich auf unseren erneuten Kampf aufmerksam machen. Nur so können wir die Geschäftsführung und den Investor überzeugen, dass wir nicht aufgeben werden!

Deshalb ist es JETZT SCHON wichtig zu zeigen, dass wir den TVöD für alle sozialen Betriebe wollen. Wenn jetzt schon so viele möglich von uns mitmachen, ist das ein deutliches Zeichen!!! Auch Kolleginnen und Kollegen, die nicht ver.di-Mitglieder sind, dürfen streiken, denn das Recht zum Arbeitskampf ist in Art. 9 im Grundgesetz garantiert. Auch Urlaub- oder Feriengenießende in CIS, seid dabei, wenn Ihr in Frankfurt seid! Nur gemeinsam werden wir erfolgreich sein! Streikgeld und Streikerfassung betreffen allerdings nur die ver.d-Mitglieder bzw. Arbeitnehmer*innen, die am Streiktag Dienst haben, also Kolleg*innen von CAP oder Einsatz- oder Teamleitungen, die mitstreiken.  

Wo genau soll das denn sein? Was ist mit Corona?

Wir von den CeBeeF-Gesellschaften sind aufgerufen, uns beim DGB-Haus, Wilhelm Leuschner-Str.69-77, einzufinden!
So früh wie möglich ab 8:00 Uhr, um 8:30 soll es schon losgehen.

Natürlich hat ver.di für eine pandemietaugliche Veranstaltung Sorge getragen, so dass wir im „Hotspot“ nicht noch stärker gefährdet sind. Deshalb wird es statt einer Großveranstaltung mehrere kleine Veranstaltungen geben. Für uns von den CeBeeF-Gesellschaften und allen Unterstützer*innen eben am DGB-Haus.

Weitere Informationen entnehmt Ihr bitte den Anhängen dieser Mail:
– Streikaufruf von ver.di (auch für Nicht-Mitglieder gültig)
– Infoblatt von CIS & CAP, zum Verteilen an alle, auch Außenstehende


JEDE MENGE ADRESSEN UND ANSPRECHPERSONEN

Noch Fragen?
Wenn ihr noch Fragen habt oder unsicher seid, was erlaubt und was geplant ist, erreicht Ihr gewerkschaftlich-aktive Kolleg*innen (CeBeeF) unter: 0176 69 61 08 28. Die Nummer ist speziell dafür geschaltet!

ver.di-Kontakt:
Oder meldet Euch bei Astrid Buchheim, unsere Gewerkschaftssekretärin: astrid.buchheim@verdi.de , Tel. (069) 2569 – 2632

Rechtliche Info:
https://www.verdi-tu.de/wordpress/wp-content/uploads/2019-06-Mit-Recht-in-den-Streik-Webversion.pdf   

Kontakt zu den Aktiven in den CeBeeF-Gesellschaften:  
Unser Aktiven-Telefon:  0163 – 8354 813 (Persönliche Sprechzeiten nach Absprache)
Weblog von tarif & friends, der BR-Listen t.a.r.i.f. CIS & Tarif CAP sowie der ver.di-Betriebsgruppe CeBeeF: https://tarifandfriends.wordpress.com/

Die PDF-Dateien zu Streik und zum Verteilen

Gemeinnützigkeit

Die Unternehmensberatung Baker Tilly (auch: bakertilly) in Frankfurt am Main hat wieder ihre „Unterstützung für sechs gemeinnützige Projekte“ ausgelobt. Damit geriert sich das Unternehmen als sozial gesinnt, vergisst dabei aber zu erwähnen, dass die sechsmal bis zu 2000 Euro ganz sicher gerade mal ein Bruchteil dessen sind, was Baker Tilly regelmäßig an Insolvenzen sozialer Betriebe verdienen mag. Wir erinnern uns daran, dass das Unternehmen sogar regelmäßig Werbung dafür macht, dass privatisierte soziale Betriebe sich ihrer „Altlasten“ durch Insolvenz entledigen könnten.

Die bisher leer ausgegangenen Gläubiger*innen des CeBeeF e.V. jedenfalls werden sich leidvoll daran erinnern, dass 2018 eine vermutlich stattliche sechsstellige Summe aus den refinanzierten öffentlichen Geldern gezahlt wurde, damit Experten von Baker Tilly das angeschlagene Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Was genau die beratenden Herren für diesen Betrag erarbeiteten bleibt dabei jedoch ebenso im Dunkeln wie die genaue Höhe der Summe. Klar ist nur, dass es weit mehr als steuerbegünstigte 12.000 Euro waren, und das nur bei der Insolvenz des CeBeeF e.V.

Bei Lichte betrachtet wollten Baker Tillys Mitarbeiter nur dem Betriebsrat im CeBeeF Maulschellen anlegen, glaubten damit wahrscheinlich, Defizite auf dem Rücken der Mitarbeiter*innen ausgleichen zu können, und erzwangen durch die Drohung der Schließung des Unternehmens Betriebsvereinbarungen, in denen das BR-Gremium auf seine gesetzlich legitimierte Mitbestimmung verzichtete. Dass diese Entrechtung einer demokratisch gewählten Mitarbeiter*innenvertretung vor Gericht nicht standhalten würde, schien wenig von Interesse.

Jedenfalls lässt sich die Mitarbeit von Baker Tilly insgesamt nur vor dem Hintergrund der Tatsache bewerten, dass das Unternehmen des CeBeeF e.V. nicht einmal ein Dreivierteljahr später, im Sommer 2019, verkauft werden musste.

Die Sache mit den Krähen

Eine andere Psychologie

Das buchstäblich geflügelte Wort, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, führt zu einer ganz anderen Psychologie als zu der der Mitläufer. Hier geht es um die sich als herrschende Klasse verstehende Sozialmafia, deren einmal aufgenommene Mitglieder immer wieder auf die Füße fallen, egal wie viele Schandtaten und Unfähigkeiten sie sich leisten.

Diese Personen, bleiben wir bei „Krähen“, sind quasi die Empfänger*innen der fehlgeleiteten Loyalität der Mitläufer. Fehlgeleitet, weil die Krähen, wenn selbst bedroht, jegliche Untergebene – und seien diese noch so loyal – fallen lassen würden. Egal aus welcher Höhe – ein Bild, welches sich geradezu aufdrängt!

Wie kann es dazu kommen, dass es Menschen gelingt, an der Sozialen Arbeit zu verdienen, nicht einmal dadurch, dass sie Gelder beiseite schaffen, sondern allein schon durch den Umstand, dass sie sich eine wohlbezahlte Tätigkeit als Geschäftsführung sichern? Warum trauen immer wieder andere Personen diesen Krähen? Weil sie auch Krähen sind? Zu einem anderen Schluss kann man kaum kommen, wenn einschlägige Personen immer wieder in gutbezahlte Machtpositionen gelangen, obwohl sie bereits öffentlich durch Inkompetenz und Überforderung aufgefallen sind.

Letztendlich ist es allein die Privatisierung öffentlicher Daseinsfürsorge, die solcherlei Missbrauch in der Sozialen Arbeit und der Veruntreuung öffentlicher Gelder Vorschub leistet. Mit stillschweigender Zustimmung der Kostenträger, wie es scheint, die sich getrost die Hände in Unschuld waschen dürfen, wenn auf Kosten der Mitarbeiter*innen gespart wird. Stillschweigen, weil das Sparen natürlich ganz im Sinne der Kostenträger ist. Dass dabei Menschen existentiell bedroht sind, die sich für Inklusion einsetzen, ist der größte Widersinn. Denn sie, die direkt für und mit Menschen mit Einschränkunge arbeiten und Teilhabe ermöglichen, sind ganz deutlich selbst exkludiert, denn sie bleiben auf der Strecke, spätestens in der auf sie wartenden Altersarmut.

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